Das ewige Nein: Warum wir uns nicht länger von der Angst blockieren lassen dürfen

Es ist ein Phänomen, das mich in letzter Zeit immer mehr beschäftigt – und ehrlich gesagt auch ziemlich aufregt. Ich erlebe es in Gesprächen, ich höre es in Versammlungen, ich lese es in Kommentaren. Es ist das ewige Nein.

Nein, wir wollen das Projekt in der Nachbargemeinde nicht. Auch wenn die Volksbefragung klar dafür ausgegangen ist – das zählt nicht, das war nicht repräsentativ, das war beeinflusst.

Nein, erneuerbare Energien wollen wir auch nicht. Mit Öl und Gas hat es doch auch immer funktioniert. Warum also etwas ändern?

Nein, zu E-Autos. Die Reichweite, die Batterien, die Kosten – und überhaupt, wer will das schon?

Und nein, sowieso zu allem, was neu ist, was anders ist, was Veränderung bedeutet.

Ich frage mich manchmal: Wann haben wir verlernt, Dinge zu ermöglichen? Wann wurde aus „Wie können wir das schaffen?“ ein kategorisches „Das geht nicht“?

Foto von Fumiaki Hayashi auf Unsplash

Die Volksbefragung: Demokratie, aber nur wenn’s passt?

Da haben wir eine Volksbefragung. Alle dürfen ihre Stimme abgeben. Das Ergebnis ist klar. Die Mehrheit sagt Ja. Und was passiert? Eine kleine, aber sehr laute Minderheit sagt: „Nein, das zählt nicht. Wir sind dagegen. Und wir werden nicht aufhören, dagegen zu sein.“

Das ist nicht Demokratie. Das ist Blockade.

Ich habe großen Respekt vor jeder Meinung. Kritik ist wichtig, sie macht uns besser. Aber wenn Kritik zur Verweigerung wird, wenn sie jedes Ergebnis infrage stellt, das nicht dem eigenen Willen entspricht – dann ist das nicht mehr konstruktiv. Dann ist es destruktiv.

„Mit Öl und Gas klappt es doch auch“

Nein, ehrlich? Klappt das?

Klar, der Strom kommt aus der Steckdose. Aber zu welchem Preis? Wir zahlen nicht nur an der Tankstelle oder auf der Stromrechnung. Wir zahlen mit unserer Abhängigkeit von Regimen, die uns nicht wohlgesinnt sind. Wir zahlen mit unserer Sicherheit. Wir zahlen mit dem Klima – und das werden unsere Kinder und Enkel zurückzahlen müssen.

„Mit Öl und Gas klappt es doch auch“ – das ist der Satz derer, die die Zeichen der Zeit nicht sehen wollen. Oder nicht sehen können. Es ist der Satz derer, die sich in der Vergangenheit eingerichtet haben, weil die Zukunft ihnen Angst macht.

Die E-Autos: „Schrecklich“ – oder einfach anders?

Ich fahre seit 12 Jahren elektrisch. Über 500.000 Kilometer. Ich weiß, wovon ich rede. Und ich kann Ihnen sagen: Es ist nicht schrecklich. Es ist großartig.

Leise. Sauber. Günstig im Unterhalt. Und vor allem: unabhängig.

Aber ich höre immer wieder die gleichen Argumente: Die Reichweite, die Ladezeiten, die Batterie. Alles Themen, die längst gelöst sind – oder sich in rasanter Geschwindigkeit lösen. Wer heute noch gegen E-Autos argumentiert, argumentiert gegen die Realität.

Und das Schlimmste: Wer E-Autos ablehnt, lehnt nicht nur eine Technologie ab. Er lehnt die Zukunft ab. Die Zukunft unserer Kinder.

Ein Blick zurück in die Zukunft: 2058

Ich habe neulich einen Comic gesehen. Er spielt im Jahr 2058. Ein Kind fragt seinen Großvater: „Opa, was ist eigentlich ein Verbrennungsmotor?“

Der Großvater erklärt es – und das Kind schaut ungläubig: „Ihr habt wirklich Benzin in Autos verbrannt? Und das nennt ihr Fortschritt?“

Die Pointe des Comics: Die Verbrenner sind nicht verboten worden. Sie sind einfach ausgestorben. Weil sie niemand mehr haben wollte. Weil sie zu laut, zu dreckig, zu teuer wurden. Weil die Menschen begriffen haben, dass es besser geht.

Das ist keine Science-Fiction. Das ist die Zukunft, die wir heute gestalten – oder eben nicht.

Was ist das Problem? Die Angst. Oder die Bequemlichkeit.

Warum sagen Menschen Nein? Ich glaube, es gibt zwei Hauptgründe:

  1. Angst. Angst vor dem Unbekannten. Angst vor Veränderung. Angst davor, dass etwas wegfällt, das man kennt und schätzt. Diese Angst ist menschlich. Sie ist legitim. Aber sie darf nicht das letzte Wort haben.
  2. Bequemlichkeit. Veränderung ist anstrengend. Neues lernen ist anstrengend. Sich mit Technik auseinandersetzen ist anstrengend. Es ist viel einfacher, zu sagen: „Lass es, wie es ist.“ Auch wenn das bedeutet, dass es morgen schlimmer ist als heute.

Die Lösung: Nicht Nein, sondern Ja – aber wie?

Ich sage nicht, dass wir jeden Windpark einfach so bauen sollen. Ich sage nicht, dass jedes E-Auto perfekt ist. Ich sage nicht, dass es keine berechtigten Fragen gibt.

Aber ich sage: Lasst uns aufhören, mit dem Nein anzufangen.

Lasst uns stattdessen fragen: Wie können wir es besser machen? Wo sind die guten Standorte? Wie binden wir die Bürger ein? Wie gestalten wir den Wandel fair? Wie machen wir die Energiewende zur Chance für alle?

Das ist anstrengend. Das ist aufwändig. Aber es ist der einzige Weg, der nicht im Stillstand endet.

Ein Appell: Sehen Sie die Zukunft – und handeln Sie heute

Ich möchte Sie, liebe Leserinnen und Leser, einladen, den Blick zu heben. Nicht nur auf das Hier und Jetzt. Sondern auf das, was kommt.

Ihre Kinder. Ihre Enkel. Die Welt, in der sie leben werden.

Wenn wir heute Nein sagen zu Windrädern, dann sagen wir Nein zu sauberem Strom für morgen.
Wenn wir heute Nein sagen zu E-Autos, dann sagen wir Nein zu sauberer Luft für morgen.
Wenn wir heute Nein sagen zu Veränderung, dann sagen wir Nein zu einer lebenswerten Zukunft.

Die Maßnahme von heute, ist die Lebensqualität von morgen.

Und wenn wir diese Maßnahmen verweigern – dann verweigern wir unseren Kindern das, was sie am meisten brauchen: eine Zukunft.

Das ewige Nein ist kein Zeichen von Stärke. Es ist ein Zeichen von Angst. Lassen Sie uns mutig sein. Lassen Sie uns Ja sagen. Zum Leben, zur Veränderung, zur Zukunft.

Die Verbrenner sind ausgestorben – das ist nicht meine Meinung. Das ist die Zukunft. Die Frage ist nur: Sind wir dabei? Oder werden wir von der Geschichte überrollt?

Ich bin dabei. Sind Sie es?